06.07.2026

VolkswagenStiftung fördert neues Forschungsprojekt SHIELD zur Rolle des Hormonstoffwechsels bei Virusinfektionen

Das Leibniz-Institut für Virologie (LIV) hat gemeinsam mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) eine Förderung der VolkswagenStiftung für das Forschungsprojekt SHIELD (Restoring virus-induced disruption of the sex hormone metabolism as a potential treatment strategy to reduce acute and long-term disease burden of pandemic pathogens) erhalten. Das Projekt startet am 1. August 2026 und wird über 24 Monate mit insgesamt 1,1 Million Euro gefördert.

Das Konsortium unter der Leitung von Prof. Dr. Gülşah Gabriel (LIV) und Prof. Dr. Franziska Richter Assencio (TiHo Hannover) untersucht, wie respiratorische Viren den Hormonstoffwechsel beeinflussen und ob sich daraus neue therapeutische Strategien zur Reduktion akuter und langfristiger Krankheitsfolgen ableiten lassen.

Neues Forschungsfeld „Infektionsendokrinologie“

Im Rahmen früherer Arbeiten konnte das Forschungsteam zeigen, dass SARS-CoV-2 den Stoffwechsel der Geschlechtshormone erheblich beeinflusst und damit zur Ausbildung geschlechtsspezifischer Krankheitsverläufe beiträgt. Dabei wurde insbesondere eine virusinduzierte Dysregulation des Enzyms Aromatase (CYP19A1) beschrieben, das die Umwandlung von Testosteron in Estradiol reguliert.

Diese Veränderungen zeigten sich in klinischen Kohorten mit mehr als 2.800 Patient*innen als relevant für den Krankheitsverlauf, insbesondere bei männlichen Patienten. Darüber hinaus konnte in präklinischen Modellen gezeigt werden, dass eine pharmakologische Hemmung dieses Signalwegs die Erholung nach Infektion verbessern und langfristige Lungenschäden reduzieren kann.

Zielsetzung des SHIELD

Das Projekt ist ein Follow-Up des ebenfalls von der Volkswagenstiftung für 3 Jahre geförderte und inzwischen abgeschlossene FLU-FLAME Projektes.

Im Fokus steht die Frage, ob auch andere Viren mit pandemischem Potenzial – wie beispielsweise hochpathogene Influenzaviren (H5N1) – den Hormonstoffwechsel beeinflussen und ob sich dieser Mechanismus therapeutisch nutzen lässt.

Weiter zur offiziellen Pressemitteilung der Volkswagenstiftung.

Hand hält zwei Ampulen mit Estrogen und TestosteronAdobe Stock

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