Interview mit Laura Seddar

PhD-Sprecherin 2023

Laura Seddar war 2023 gemeinsam mit Charlotte Flory und Laura Mosbacher Sprecherin der Doktorandinnen. Wir haben mit Laura gesprochen – von den Höhepunkten ihrer Forschung über ihre Motivation bis hin zu den Themen, die sie besonders beschäftigen.

Was ist dein Forschungsthema und warum interessiert dich das besonders?

Ich arbeite an humanen Adenoviren und erforsche wie virale Proteine mit dem Wirtgenom interagieren und die Transkription von Genen beeinflussen. Besonders faszinierend an meinem Forschungsschwerpunkt finde ich die erstaunliche Effizienz und Vielseitigkeit, mit der Viren dieser Art trotz eines minimalen Sets an regulatorischen Proteinen eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen ausführen können. Es beeindruckt mich immer wieder, wie ein einzelnes virales Protein auf vielfältige Weise mit der Wirtszelle interagieren und so komplexe Prozesse steuern kann. Außerdem kann man über diese Interaktion von Virus und Wirt auch viel über die Mechanismen und Kreisläufe der Wirtzelle und damit dem menschlichen Organismus lernen.

Was war bisher der spannendste Moment in deiner Promotion?

Ein besonders spannender Moment in meiner Promotion war immer dann, wenn ich neue Methoden erlernt und ausprobiert habe oder erstmals  Versuche zu einer neuen Fragestellung durchgeführt und die ersten Ergebnisse erhalten habe. Diese Augenblicke bieten einen einzigartigen Einblick in bisher unbekannte Zusammenhänge und öffnen  wie ein Schlüssel  die Tür zu einem neuen, bisher verschlossenen Feld. Die Möglichkeit, auf diese Weise direkt an der Erweiterung des Wissens mitzuwirken, ist für mich  eine der motivierendsten und spannendsten Erfahrungen während der Promotion.

Was motiviert dich, an Viren zu forschen?

Meine Motivation, an Viren zu forschen, speist sich aus zwei zentralen Aspekten: Zum einen die Möglichkeit, durch Grundlagenforschung das Verständnis von Virologie und Humanbiologie zu erweitern und so zum wissenschaftlichen Fortschritt beizutragen. Zum anderen arbeiten wir mit humanpathogenen Viren, bei denen jeder neue Erkenntnisgewinn direkt die klinische Forschung voranbringen und dazu beitragen kann, Pathogenitätsfaktoren besser zu entschlüsseln. Diese Verbindung von wissenschaftlicher Neugier und potenziell gesellschaftlich relevanter Anwendung macht die Arbeit für mich besonders sinnstiftend.

Was ist die Aufgabe eines PhD-Repräsentanten?

Die Aufgabe eines PhD-Repräsentanten besteht darin, als Schnittstelle zwischen den Doktorand:innen und den anderen Gremien des Instituts zu fungieren. Wir agieren als Sprachrohr der Promovierenden, vertreten deren Interessen und Belange gegenüber dem Vorstand und dem Kollegium und setzen uns für eine bestmögliche Unterstützung und Rahmenbedingungen während der Promotionszeit ein. Weiterhin können wir uns institutsübergreifend innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft mit anderen Promovierenden und PhD-Repräsentanten austauschen und so an weitreichenden Fragestellungen oder Problemen arbeiten und mitwirken.

Was war/ist dir persönlich in dieser Funktion besonders wichtig?

In meiner Funktion als PhD-Repräsentantin war es mir besonders wichtig, dass alle Bereiche des LIV angemessen vertreten sind und die Möglichkeit haben, an institutsweiten Entscheidungen mitzuwirken. Mir liegt viel daran, im ständigen Austausch mit meinen Kolleg:innen zu stehen, ihre Kritik, Anregungen und Wünsche ernst zu nehmen und diese bestmöglich umzusetzen sowie transparent zu kommunizieren. Nur so können wir eine Kultur der Mitgestaltung und des gegenseitigen Respekts fördern.

Welche Themen haben die Promovierenden besonders beschäftigt?

Die Promovierenden beschäftigten sich vor allem mit einem fairen und respektvollen Miteinander im Institut, der Stärkung des sozialen Austauschs untereinander, der besseren Sichtbarmachung von Anlaufstellen und Unterstützungsangeboten sowie der Karriereorientierung/-planung.

Welche konkreten Verbesserungen konnten angestoßen oder erreicht werden?

Konkrete Verbesserungen konnten vor allem in der Kommunikation erreicht werden: Der Austausch zwischen den Promovierenden und dem Vorstand hat sich deutlich intensiviert, sodass Wünsche und Probleme nun direkt und konstruktiv adressiert werden. Zudem haben wir eine institutsweite, ausführliche Umfrage durchgeführt, die umfassend die Arbeitsbedingungen, Bedürfnisse und Herausforderungen der Doktorand:innen abbildet. Die Ergebnisse bieten eine transparente Grundlage, um gezielt weitere Maßnahmen abzuleiten.

Welche Themen sollten aus deiner Sicht in den kommenden Jahren weiterverfolgt werden?

In den kommenden Jahren sollten aus meiner Sicht vor allem zwei Themen weiterverfolgt werden: Erstens der soziale Austausch zwischen den Promovierenden – insbesondere die Integration neuer Doktorand:innen, um Netzwerke zu stärken und den gegenseitigen Support zu fördern. Zweitens die regelmäßige Durchführung umfassender Umfragen, um ein aktuelles Stimmungsbild der Promovierenden zu erhalten und potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und anzugehen

Gibt es einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Career Day 2023, den wir gemeinsam organisiert haben – eine wertvolle Plattform für den Austausch über berufliche Perspektiven und zum Netzwerken mit potenziellen Arbeitgebern. Daneben waren es oft die kleinen, aber wertschätzenden Momente, die mich mit Freude erfüllt haben: das Social-/Kennenlern-Bingo beim LIV-Retreat, die Sugar Cubes zur Weihnachtsfeier oder der stets konstruktive und offene Dialog mit der Koordinatorin der Graduiertenschule sowie dem Kollegium und Vorstand. Diese Erlebnisse haben mir gezeigt, wie wichtig ein respektvolles Miteinander und die Förderung von Gemeinschaft für eine erfolgreiche Promotionszeit sind.