Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ist ein nationaler Forschungsverbund, der die Entwicklung neuer Methoden zur Prävention, Diagnostik und Therapie von Infektionskrankheiten vorantreibt.
Das LIV ist Gründungsmitglied des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Am DZIF-Standort Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems arbeitet das Institut gemeinsam mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM), dem Forschungszentrum Borstel (FZB), Forschungsgruppen der Universität Hamburg und der Universität zu Lübeck, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sowie dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zusammen.
Weitere DZIF Standorte sind Hannover-Braunschweig, Köln-Bonn, Gießen-Marburg-Langen, Heidelberg, Tübingen und München.

Das LIV engagiert sich in mehreren Thematic Translational Units (TTUs) des DZIF. Diese thematischen Forschungsbereiche bündeln die Expertise verschiedener Standorte, um Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung zu überführen („bench to bedside“).
Kontakt
Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
Geschäftstelle des DZIF e.V.
Inhoffenstraße 7
38124 Braunschweig
Tel.: 0531/6181-1152
E-Mail: info@dzif.de
www.dzif.de
Standortsprecher des DZIF Standorts Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems
Prof. Dr. Marcus Altfeld fungiert seit Anfang 2026
gemeinsam mit Prof. Dr. Nicole Fischer als Standort-
sprecher des DZIF Standorts Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems.
HIV
Innerhalb des Forschungsbereich HIV (TTU HIV) ist das LIV an folgenden Forschungsprojekten beteiligt:

Immunantworten gegen HIV
Das menschliche Immunsystem ist in der Lage, virale Infektionen effektiv zu verhindern und zu kontrollieren. Während viele Viren neutralisiert oder vollständig eliminiert werden, persistieren andere Viren, wie HIV-1, nach der Infektion im Körper. Bei einer HIV-1-Infektion ist die Immunantwort in der Regel nicht ausreichend, um die Virusreplikation vollständig zu unterdrücken, was zu einem kontinuierlichen Fortschreiten der HIV-Erkrankung führt. HIV-1 entwickelt zudem ein permanentes virales Reservoir in infizierten Personen, was eine lebenslange antiretrovirale Therapie (ART) erforderlich macht. Innerhalb der DZIF TTU HIV untersucht die Abteilung von Professor Dr. Altfeld, wie das Immunsystem HIV-1-infizierte Zellen erkennt und eliminiert, und wie antivirale Immunantworten gestärkt werden können, um eine Immunkontrolle der HIV-1 Infektion ohne ART zu ermöglichen.
Ansprechpartner am LIV: Prof. Dr. Marcus Altfeld, Leiter der Abteilung Virus Immunologie
Eliminierung des Virusreservoirs
Die Entwicklung wirksamer antiretroviraler Therapien (ART) hat die Behandlung von HIV grundlegend verändert: Für Menschen mit Zugang zur Therapie ist die Infektion heute eine chronische, aber nicht mehr tödliche Erkrankung. Eine Heilung ist jedoch weiterhin nicht möglich, da HIV in langlebigen Zellreservoiren persistiert. Ziel des Projektes ist es, die Mechanismen der HIV-1-Persistenz und -Latenz zu untersuchen, um das schwer zugängliche Virusreservoir besser zu verstehen und gezielt zu bekämpfen. Mithilfe innovativer molekularer, immunologischer und genetischer Ansätze sollen Biomarker und Strategien zur Identifikation, Reaktivierung, Entwaffnung und Eliminierung latenter HIV-infizierter Zellen entwickelt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in klinische Studien überführt werden, um neue Therapieansätze zur HIV-Heilung zu ermöglichen.
Ansprechpartner: PD Dr. Dr. Ulrike Lange, Leiterin der Nachwuchsgruppe Genomik Retroviraler Infektionen


Infrastruktur für präklinische Infektionsmodelle und klinische Gewebeanalysen (PINCTA)
Die Infrastruktur PINCTA verbindet präklinische Infektionsmodelle mit modernsten Verfahren zur Analyse von Gewebeproben und schafft damit eine zentrale Plattform für translationale Forschung. Am Standort Hamburg entwickelt PINCTA Infektionsmodelle (z.B. Organoide aus Lymphgewebe) zur Evaluierung neuer therapeutischer Ansätze und stellt diese innerhalb des DZIF sowie für Industriekooperationen bereit. Zusätzlich ermöglicht PINCTA die umfassende Analyse von Gewebeproben aus präklinischen Studien und klinischen Kohorten mittels moderner molekularbiologischer, sequenzbasierter und bildgebender Verfahren. Durch die enge Verknüpfung von Modellentwicklung und klinischer Gewebeanalyse schließt PINCTA eine entscheidende Lücke zwischen präklinischer Wirkstoffforschung und klinischer Anwendung.
Ansprechpartner am LIV: Prof. Dr. Adam Grundhoff, Leiter der Abteilung & Prof. Dr. Marcus Altfeld, Leiter der Abteilung Virus Immunologie
Moderne
Forschungsinfrastruktur
Die LIV-Technologieplattform Hochdurchsatz-Sequenzierung
trägt zu mehreren DZIF-Projekten an verschiedenen Standorten und TTUs bei.
Infektionen im immungeschwächten Wirt
Im Forschungsbereich Infektionen im immungeschwächten Wirt (TTU Infektionen im Immungeschächten Wirt) ist das LIV mit folgenden Projekten beteiligt:

Neue Pan-Herpesvirus-Antiviralia die phasenseparierte Replikationskompartimente angreifen
Herpesvirusinfektionen stellen insbesondere für immungeschwächte Patientinnen und Patienten eine erhebliche Bedrohung dar. Da bestehende antivirale Therapien häufig Nebenwirkungen verursachen und Resistenzen entstehen können, werden neue Wirkstoffe mit innovativen Wirkmechanismen benötigt.
Ziel des Projektes ist es, einen Hochdurchsatz-Screening-(HTS)-Assay zur Identifizierung niedermolekularer Substanzen zu etablieren, die die Eigenschaften der Replikationskompartimente (RCs) von Herpesviren verändern. Diese biomolekularen Kondensate sind essenziell für die Virusvermehrung und stellen einen neuartigen Angriffspunkt für antivirale Therapien dar. Da ihre Bildung auf zahlreichen schwachen molekularen Wechselwirkungen beruht, gilt dieser Ansatz als weniger anfällig für Resistenzentwicklungen. Es sollen neue breit wirksame (Pan-Herpesvirus-)Antiviralia identifiziert werden. Der entwickelte HTS-Workflow kann künftig auch auf andere DNA-Viren angewendet werden und eröffnet damit neue Perspektiven für die antivirale Therapieentwicklung.
Ansprechpartner am LIV: Prof. Dr. Wolfram Brune, Leiter der Abteilung Virus-Wirt-Interaktion
Verbundprojekt mit Prof. Dr. Jens Bosse, Centre for Structural Systems Biology und Medizinische Hochschule Hannover
Ausbau der Kapazitäten von 3D-Infektionsmodellen für die Testung von antiviralen Medikamenten
Für viele opportunistische Viren wie Herpes-, Polyoma- und Adenoviren fehlen geeignete Tiermodelle, die eine Infektion des Menschen realistisch abbilden.
Ziel des Projektes ist es, humane Organoid-, Gewebe- und komplexe Zellkulturmodelle als präklinische Infektionsmodelle weiterzuentwickeln und für die Testung neuer antiviraler Wirkstoffe nutzbar zu machen. Ergänzt werden diese Modelle durch modernste Analyseverfahren wie hochauflösende Mikroskopie, Einzelzell-Transkriptomik und RNA/DNA-Hybridisierungstechniken. Die beteiligten Partner bündeln ihre Expertise in Organoidforschung, Infektionsbiologie und Omics-Technologien, um leistungsfähige Forschungsinfrastrukturen für die Entwicklung neuer antiviraler Therapien bereitzustellen und gleichzeitig den Bedarf an Tierversuchen zu reduzieren.
Ansprechpartner am LIV: Prof. Dr. Adam Grundhoff, Leiter der Forschungsgruppe Virus Genomik
Verbundprojekt mit Prof. Dr. Nicole Fischer, Direktorin des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene am UKE.


Hit-to-Lead-Entwicklung eines BKPyV-hemmenden Wirkstoffs-detaillierte Zytotoxizitäts- und Wirksamkeitsstudien
Für das klinisch bedeutsame BK-Polyomavirus (BKPyV) gibt es bislang keine spezifische antivirale Therapie. Insbesondere bei immunsupprimierten Transplantationspatientinnen und -patienten kann eine Reaktivierung des Virus zu schwerwiegenden Komplikationen bis hin zum Verlust des Transplantats führen.
Ziel des Projekts ist es, die Wirkungsweise eines bereits identifizierten, hochpotenten BKPyV-Inhibitors aufzuklären und dessen präklinisches Sicherheitsprofil zu charakterisieren. Hierzu wird die antivirale Wirksamkeit gegen verschiedene DNA- und RNA-Viren untersucht, um das Wirkspektrum und mögliche zelluläre Effekte zu bestimmen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Durchführung umfangreicher Zytotoxizitätsassays zur Bewertung möglicher zellulärer Nebenwirkungen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die weitere Optimierung des Wirkstoffkandidaten.
Ansprechpartner am LIV: Prof. Dr. Adam Grundhoff, Leiter der Forschungsgruppe Virus Genomik
Verbundprojekt mit Prof. Dr. Nicole Fischer, Direktorin des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene am UKE.
Forschungsförderung für junge Ärztinnen und Ärzte
Das LIV ist mit einer Reihe von Stipendien
am Clinical Leave Program und auch
MD/PhD-Programm des DZIF beteiligt.
Kontakt
Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
Geschäftstelle des DZIF e.V.
Inhoffenstraße 7
38124 Braunschweig
Tel.: 0531/6181-1152
E-Mail: info@dzif.de
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